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Europass-Verleihung im Europäischen Parlament am 18.05.2026

Mehrere Auszubildende erhielten am 18. Mai 2026 im Europäischen Parlament in Straßburg den Europass für ihre erfolgreich absolvierten Auslandspraktika von Nela Riehl, EU-Abgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung. Organisiert und vermittelt wurden die über das EU-Bildungsprogramm Erasmus-+ finanzierten Auslandsaufenthalte von Europe-For-You.

Im Interview spricht Klassenlehrer Dietmar Kolb mit Preisträgerin Nancy Bork (Ausbildung zur Immobilienkauffrau beim Bauverein Breisgau eG, 3. Lehrjahr).

Hr. Kolb: Frau Bork, wie kam es zu der Entscheidung, sich um ein Auslandspraktikum zu bewerben? Was hat Sie motiviert an dem Programm Erasmus+ teilzunehmen und wie haben Sie sich vorbereitet?

Fr. Bork: Ich arbeite beim Bauverein Breisgau eG. Mein Chef, Herr Straub, hat mich auf die Möglichkeit eines Auslandspraktikum aufmerksam gemacht, mir die notwendigen Informationen weitergeleitet und die mich an eine Kollegin verwiesen, die an dem Programm in der Vergangenheit teilgenommen hatte. Ich befragte die Kollegin zu ihrer Zeit im Ausland, welche Erfahrungen sie gemacht hat und so weiter. Nach diesem Bericht war für mich klar, dass ich auch an so einem „Auslandsabenteuer“ teilnehmen möchte, um neue berufliche und kulturelle Erfahrungen zu sammeln. Eine spezielle Vorbereitung war nicht nötig, da die Organisation Europe-For-You die Organisation des Aufenthalts übernahm, und ich mich nur noch um meinen Flug kümmern musste.

Hr. Kolb: Apropos Flug – wo ging es denn überhaupt hin? War das Land vorgegeben?

Fr. Bork: Das Land kann man sich selbst raussuchen. Ich habe mich für Malta entschieden, aber man kann das Erasmus+ Praktikum in ganz Europa absolvieren, also auch in Ländern, die auf den Webseiten der Organisationen Go-For-Europe oder Europe-For-You nicht explizit genannt werden.

Hr. Kolb: Inwiefern war die Schule in das Auslandspraktikum eingebunden? Mussten Sie im Betrieb für die Dauer Ihrer Abwesenheit Urlaubstage abgeben?

Fr. Bork: Naja, Sie haben mir ja auf dem Antrag, den ich Ihnen vorlegte, bestätigt, dass Sie bzw. die Lehrer der Klasse mich für eine geeignete Kandidatin halten und dass die Noten passen. Mein Chef hat mich wie bereits gesagt von Beginn an unterstützt und mich auch für die Dauer des Praktikums von meinen normalen Azubi-Aufgaben freigestellt. Dafür möchte ich mich auch nochmals bei meinem Chef Herrn Straub ganz herzlich bedanken.

Hr. Kolb: Welche beruflichen Erfahrungen konnten Sie im Rahmen des Praktikums sammeln?

Fr. Bork: Das Arbeitsumfeld war von Beginn an freundlich und offen, auch wenn anfangs Vieles für mich ungewohnt war. Während meines Praktikums war ich in alle Schritte der Immobilienvermittlung involviert. Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem das Anschreiben von Wohnungseigentümern zur Abfrage freier Objekte, das Führen von Telefonaten mit potenziellen Mietern zur Klärung ihrer Wohnwünsche, die gezielte Suche nach passenden Übereinstimmungen zwischen Angebot und Nachfrage, die Vereinbarung und Begleitung von Besichtigungsterminen sowie die Erstellung und Veröffentlichung von Exposés und Inseraten auf Social-Media.

Hr. Kolb: Das sind recht vielfältige und umfassende Einblicke… Wie hat das mit der Sprachbarriere funktioniert? Braucht man ein spezielles Englisch-Niveau?

Fr. Bork: Ich konnte natürlich kein maltesisch sprechen, aber auf Englisch hat alles sehr gut funktioniert. Ich hatte bereits ab Klasse 5 alle Unterrichtsfächer zur Hälfte in Englisch und an der Fritz-Erler-Schule fachbezogenen Englischunterricht. Die allermeisten Immobilien-Fachbegriffe kannte ich deshalb schon. Ich würde sagen, dass man mit einem C1-Niveau sehr gut und mit einem B2-Niveau gut durchkommt. Vor dem Praktikum kann man auch noch in einen Sprachkurs gehen – ich war in Gzira am NSTS English Language Institute. Ich bin in das Englisch sehr gut „reingekommen“ und konnte mein Sprachgefühl und mein professionelles Ausdrucksvermögen im geschäftlichen Umfeld weiter verbessern.

Hr. Kolb: War neben dem beruflichen Teil auch noch Zeit, um mit Land und Leuten in Kontakt zu kommen?

Fr. Bork: Natürlich. Neben den beruflichen Aspekten war es mir wichtig, auch das Land und die Kultur Maltas kennenzulernen. Ich nutzte meine Freizeit intensiv, um die Inseln zu erkunden: Ich war mehrmals in Valletta, hauptsächlich zum Essen, und habe Comino und Gozo im Rahmen einer Jet-Ski-Safari besucht – inklusive eines Stopps im bekannten Popeye Village, was ein echtes Highlight war. Ein besonders schöner Tag war mein Ausflug nach Marsaxlokk, wo ich sonntags den Fischmarkt besuchte und anschließend den St. Peter’s Pool besuchte – ein Tag, der mir sicher lange in Erinnerung bleiben wird. An einem Mittwochabend besuchte ich Mdina, die alte Hauptstadt, wo ich auch Postkarten für Familie und Freunde kaufte.

Hr. Kolb: Haben Sie noch Kontakt zu anderen Teilnehmern?

Fr. Bork: Ja, während meiner Zeit auf Malta habe ich viele neue Leute kennengelernt und zahlreiche Freundschaften geschlossen – mit einigen bin ich auch jetzt noch regelmäßig in Kontakt.

Hr. Kolb: Was müssen Schülerinnen und Schüler mitbringen, damit das Erasmus+ -Programm sozusagen „passend“ ist? Wie lautet Ihr persönliches Fazit?

Fr. Bork: Das Erasmus+ Praktikum empfehle ich allen, die neugierig auf neue Kulturen sind, Lust auf eine intensive, lehrreiche Zeit mit inspirierenden Menschen haben und die auch außerhalb der Muttersprache kommunikativ sind. Mein Auslandspraktikum auf Malta war eine rundum bereichernde Erfahrung. Ich konnte nicht nur beruflich wachsen, sondern auch persönlich. Besonders gelernt habe ich, dass es wichtig ist, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Beruflich habe ich mitgenommen, dass man mit Engagement und Initiative viel erreichen kann – es lohnt sich.

Hr. Kolb: Frau Bork, vielen Dank, dass Sie Ihre Eindrücke mit uns geteilt haben. Ich hoffe, dass viele Schülerinnen und Schüler Ihrem Beispiel folgen. Herzlichen Dank.

Fr. Bork: Sehr gerne, ich bedanke mich auch für Ihre Unterstützung.