Die J2/2 in Frankfurt
Am 4. Juni traf sich unsere tapfere Truppe um 7:20 Uhr am Bahnhof Pforzheim – voll motiviert, noch etwas verschlafen, aber bereit für den großen Bildungsausflug nach Frankfurt.
Erste Challenge des Tages: Die Deutsche Bahn. Unser Zug hatte natürlich Verspätung – denn was wäre ein Ausflug ohne eine dramatische Anschlusszug-Situation?
In Karlsruhe angekommen, wurden wir direkt in ein Extremsport-Event verwickelt: ICE-Sprint quer durch den Bahnhof mit 0 Minuten Umstiegszeit. Leider scheiterte unser olympiareifer Versuch – der ICE verabschiedete sich elegant vor unseren Nasen, mit einem Hauch Hohn im Fahrtwind. Immerhin: Eine Stunde Freizeit in Karlsruhe! Ob Frühstück, Bäckerplünderung oder verträumtes Bahnsteig-Sitzen – jeder nutzte die Pause auf seine Weise.
Gegen 9 Uhr stiegen wir in den nächsten ICE – diesmal mit Erfolg – und machten uns auf den Weg nach Frankfurt. Dort angekommen, übernahm Frau Grüne, unsere Navigationschefin mit eingebautem GPS, das Kommando und führte uns durch die Frankfurter U-Bahn – stets leicht erkennbar an ihrem grünen Schirm, der zur inoffiziellen Klassenfahne wurde.
Ziel war das Geldmuseum, ein spannender Ort rund um Münzen, Scheine und wirtschaftliche Zusammenhänge. Dort erhielten wir zunächst einen Vortrag über Geldsysteme und Währungen, der zwar gut gemeint war, aber nicht bei allen auf volle Begeisterung stieß. Danach erkundeten wir die Ausstellung. Ein echtes Highlight war der Goldbarren, den man einmal selbst hochheben durfte – schwerer als gedacht und definitiv das teuerste Stück Metall, das wir je in der Hand hatten.
Danach ging’s – weiterhin bei Regen – zu Fuß in die Frankfurter Altstadt. Zwischen Dom, Römer und Regenschirmen zeigte uns Frau Grüne die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Anschließend: Freizeit! Was macht man mit einer Stunde in Frankfurt? Genau – essen. Schnell und viel.
Als wir uns später vor der Deutschen Börse treffen sollten, fehlten zunächst einige Mitschüler – sie waren einfach etwas zu spät dran. Doch am Ende waren wir vollständig, und unser Besuch in der Börse konnte gerade noch rechtzeitig beginnen. Im Inneren sorgte ein unbedachter Scherz dann kurzfristig für einen Verkehrsinfarkt im Gang: Plötzlich war die Gruppe gestaut wie der Berufsverkehr auf der A5 – aber zum Glück nahm niemand ernsthaft Schaden.
Im Anschluss liefen wir durch Straßen mit Schaufenstern voller Luxusmarken, in denen ein einzelner Knopf vermutlich mehr kostet als das Monatseinkommen eines durchschnittlichen Schülers. Während wir an Anzügen, Uhren und Handtaschen vorbeizogen, wurde schnell klar: Frankfurt hat nicht nur Banken, sondern auch Boutique-Preise der Extraklasse.
Anschließend ging es zum Main Tower. Oben angekommen, erwartete uns trotz Regen ein beeindruckender Ausblick über die Skyline – grau, aber durchaus sehenswert. Fotos wurden gemacht, und das eine oder andere „Wow“ war trotz des Wetters zu hören.
Dann stand die letzte Freizeit des Tages an – ideal, um Frankfurt noch ein bisschen auf eigene Faust zu erkunden. Währenddessen begegneten uns auch ein paar Gestalten, die so orientierungslos und apathisch durch die Straßen wankten, dass sie unter uns nur noch als „Fentazombie“ bezeichnet wurden – ein etwas makabrer, aber durchaus treffender Spitzname für diese Begegnung mit Frankfurts düsterer Seite.
Der Treffpunkt für die Rückfahrt war um 16:45 Uhr angesetzt, aber auch hier kamen einige etwas zu spät, was die Lage im Hinblick auf unseren ICE noch spannender machte.
Doch Frau Grüne behielt die Nerven. Mit Übersicht, Tempo und klarer Ansage brachte sie uns rechtzeitig zum Hauptbahnhof. Und dann kam es, wie es kommen musste: Unser ICE hatte 50 Minuten Verspätung. Die Stimmung war dementsprechend durchwachsen – viele waren erschöpft, einige gingen noch einmal zurück in die Stadt, während Frau Grüne am Bahnhof blieb, um nach Alternativen zu schauen.
Schließlich ergatterten wir einen anderen ICE nach Karlsruhe. Dort stiegen wir in die Regionalbahn zurück nach Pforzheim, wo wir gegen 19:50 Uhr eintrafen – nass, müde, aber um viele Eindrücke reicher.
Was bleibt?
– Frankfurt ist auch bei Regen sehenswert.
– Orientierung klappt – manchmal hilft schon ein grüner Schirm.
– Und: Man kann noch so gut planen – die Deutsche Bahn spielt nach ihren eigenen Regeln.