Praktikums-Projekt der Fritz-Erler-Schule: Einblick in die regionale Wirtschaft
Remchingen/Pforzheim. Nach einem Jahr intensiver Praxiserfahrung in fünf verschiedenen Unternehmen der Region dürfen fünf Schüler der Fritz-Erler-Schule auf ein erfolgreiches Pilotprojekt zurückblicken.
Statt den Mittwochnachmittag nach der Zeugnisübergabe im Auto in Richtung Urlaub zu verbringen, tauchte Kilian Lenz aus Büchenbronn direkt in den Betrieb des Remchinger Stanztechnik-Unternehmens Leicht und Müller ein. Hier konnte der 16-jährige Elftklässler im Rahmen des Projekts "FES-Werkschüler" ein besonderes weiteres Zeugnis entgegennehmen.
Das innovative Pilotprojekt ermöglichte es fünf Schülern der Eingangsklasse des Wirtschaftsgymnasiums, in einem rotierenden System fünf renommierte Unternehmen im Enzkreis zu erkunden. Über einen Zeitraum von sechs Wochen schnupperten die Schüler Betriebsluft und erkundeten verschiedene Berufsfelder. Die Initiatoren des Projekts, die BWL-Lehrer Susanne Casper und Philipp Furrer, machten aus der Herausforderung, dass der Lehrplan der Oberstufe keine schulischen Praktika vorsieht, eine Tugend.
"Die meisten unserer Schüler waren noch nie richtig in einem Unternehmen. Mit dem Projekt wollen wir ihnen die Strukturen der Wirtschaft zeigen. Gleichzeitig sollen sie sehen, wie vielfältig Pforzheim und der Enzkreis wirtschaftlich aufgestellt sind", erklärt Furrer die Motivation hinter dem Projekt. Insgesamt 30 Schüler bewarben sich für die Teilnahme, und aufgrund des Erfolgs sollen im kommenden Schuljahr die Plätze erweitert werden, möglicherweise sogar auf andere Schulen.
Die Schulleitung und die beteiligten Unternehmen, darunter das Stanztechnik-Unternehmen Leicht und Müller, die Gießerei Casper, der Werkzeug-Dienstleister Güldner, die Maschinenfabrik Bellmer, der Hartmetall-Werkzeughersteller Ihle und der Metallwarenhersteller Eugen Geyer, zeigen sich begeistert von dem Projekt. Geschäftsführer Marco Müller betont: "Das Projekt darf gerne kopiert werden. So etwas könnten wir alleine im Klassenzimmer nicht leisten — deshalb sind wir dankbar, dass die Firmen und auch die Schulleitung so flexibel waren und die Idee umgesetzt haben."
Die Betriebsbesuche, die wöchentlich stattfanden, boten den Schülern die Gelegenheit zum kontinuierlichen Reflektieren und Entwickeln. Kilian Lenz zieht eine positive Bilanz: "Jetzt weiß ich, wie es in einem Unternehmen aussieht und wie gut die Unternehmen untereinander vernetzt sind." Der Schüler, der sich nun ein Studium der Wirtschafts-Psychologie vorstellen kann, hebt hervor: "Die Besuche haben nicht nur Spaß gemacht, ich konnte auch das anwenden, was wir im BWL-Unterricht gelernt haben, und jede Menge dazulernen — das erspart später viel Zeit bei der Prüfungsvorbereitung."
Der kaufmännische Leiter bei Leicht und Müller und der Ausbildungsmeister Tobias Eißler zeigen sich ebenso erfreut. "Für die Schüler ist es Gold wert, wenn sie mit etwas Vorsprung den passenden Beruf finden, und für uns ist so ein Projekt eine super Chance, Nachwuchsfachkräfte zu finden". Das Praktikums-Projekt der Fritz-Erler-Schule hat nicht nur bei den Schülern, sondern auch in den Unternehmen einen bleibenden Eindruck hinterlassen.