Exkursion ins Reich der Tierforscher
Was hat der griechische Charakter Ikarus mit Tiermigration zu tun und wie können Ziegen helfen, bei Naturkatastrophen rechtzeitig evakuieren zu können?
Darum ging es am 10.10.2017 bei einer Exkursion zum Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell. Organisiert wurde die Exkursion von Evelyn Wolf, Vertreterin des Umwelt-Teams der Fritz-Erler-Schule.
Im Institut angekommen lernten elf interessierte Schüler zwei der dortigen Wissenschaftler kennen, die - nach einer kleinen Bekanntmachung und Einführung - zuerst von ICARUS (International Cooperation for Animal Research Using Space) erzählten. Ziel des Projektes ist es, die Wanderbewegungen kleinerer Tiere mithilfe eines auf der ISS angebrachten Antennen-Systems zu beobachten. Die dafür benötige Technik wurde just zwei Tage später in Richtung ISS geschickt.
In diesem Zusammenhang kam die Rede auf die an Tieren angebrachten Sender, mit denen diverse Daten zu Migrationsrouten oder zu gegenseitigem Verhalten von Tieren gesammelt werden können. Diese Sender werden aufgrund technologischer Neuerungen immer kleiner, aber auch robuster, wodurch die Forscher in der Lage sind, auch kleinere Tiere wie Insekten oder größere wie z.B. Haie mit Sensoren auszustatten, um deren Bewegungsmuster und Verhalten besser analysieren zu können.
Später lernten die Schülern den englischsprachigen Wissenschaftler Teague O’Mara kennen, welcher einen ausführlichen Vortrag über sein aktuelles Projekt in Afrika hielt. Dort beschäftigt er sich mit Flughunden und wie diese beispielsweise Samen von Früchten, aber auch Krankheiten über riesige Strecken verbreiten.
Nach diesem Vortrag ging es raus aus dem MaxCine, welches das Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit am Max-Planck-Institut ist, um dass gesamte Gelände des Instituts kennen zu lernen. Dafür durfte die Gruppe das Terrain der Volieren betreten. Während sie sich in dem „New York für Vögel“ aufhielt, erzählten die Wissenschaftler von ihrem Forschungsprojekt, das sich damit beschäftige, ob Amseln mit spanischen Eltern, ausgebrütet in Deutschland, automatisch nach Spanien ziehen, wenn im Herbst die Vogelwanderung beginnt, oder ob diese in dem Land bleiben, in dem sie großgezogen wurden.
Nach einem Abstecher in das Hauptgebäude des Institutes und dessen Terrasse inklusive Antenne für besenderte Tiere durften die Schüler noch im öffentlich zugänglichen Hennehouse eine eindrucksvolle 3D-Show miterleben: das Wanderverhalten verschiedener Tierarten interaktiv veranschaulicht.
Kurz darauf zeigten die Wissenschaftler der Gruppe noch die Bienenweide. Dort befinden sich ein Insekten-Hotel für Wildbienen oder Schlupfwespen sowie Nahrungsinseln voller Blumen und anderer für Bienen interessante Pflanzen. Die Mitglieder der Umwelt-AG erfuhren vom „Bienenpapst“ Paul Westrich. Er wurde als Ratgeber für den Bau eines eigenen kleinen Insekten-Hotels empfohlen. Außerdem konnte man von der Exkursion Infos zur „Animal Tracker“ - App mitnehmen. Mithilfe dieser App – die sich jeder kostenlos herunterladen kann (http://www.orn.mpg.de/animaltracker) – lassen sich die Routen diverser Wildtiere auf der ganzen Welt in Echtzeit verfolgen.
Daniel Jankovich, J1/1